12. Dezember 2009

Festveranstaltung zur DRK Blutspende

Sehr geehrter Herr Helbig (Präsident DRK Landesverband BB), sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie hier in Potsdam begrüßen zu dürfen. Im Namen der Brandenburgischen Landesregierung und persönlich spreche ich Ihnen heute meine große Anerkennung und Hochachtung für Ihren Einsatz als treue Blutspenderinnen und Blutspender aus.

Dank

Ich sage Ihnen ein von Herzen kommendes Dankeschön. Sie sind Vorbild für viele Menschen in unserem Land, da Sie als Blutspenderinnen und Blutspender bürgerschaftliches Engagement und solidarisches Verhalten mit persönlichem Einsatz verbinden, was in einer heute leider immer mehr eigennützig geprägten Gesellschaft sehr wichtig ist.

Bei Ihnen ist die Blutspende regelmäßig eingeplant. Sie nehmen sich dafür Zeit – obwohl sicher auch Ihr Alltag vollgepackt ist. Sie sorgen sich verlässlich und uneigennützig um fremde Menschen, indem Sie Blut spenden und damit jeden Tag beitragen, Leben retten zu helfen.

Obwohl ich weiß, dass Sie weder für Geld noch Lob oder Anerkennung Blut spenden, halte ich es für wichtig, dass wir hier zusammengekommen, um Sie mit der Ehrennadel des Blutspendedienstes auszuzeichnen, als ein Zeichen dafür, dass Sie zu einer Gemeinschaft gehören, der das Wohlergehen und die Gesundheit der Mitmenschen sehr wichtig ist.

Unter Ihnen sind Spenderinnen und Spender, die schon 100 mal Blut gespendet haben. Da Frauen maximal 4 mal und Männer maximal 6 mal im Jahr Vollblut spenden können, lässt sich leicht errechnen, seit wie vielen Jahren Sie dem Blutspendedienst Ihre Treue halten. Das Ergebnis ist beeindruckend für uns alle. 

Hoher Bedarf an Blutkonserven

Der medizinische Fortschritt ermöglicht es heute, viele Erkrankungen und Verletzungen zu therapieren, die gestern noch als hoffnungslose Fälle galten. Doch viele Operationen und Behandlungen von Patienten können nur durchgeführt werden, wenn ausreichend Blutkonserven zur Verfügung gestellt werden können. In der Region Berlin, Brandenburg und Sachsen werden täglich ca. 1.500 Blutkonserven benötigt.

Das meiste Blut wird heute in der Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt, gefolgt von Herz- und Magen-Darm-Erkrankungen. Verletzungen aus Straßen-, Berufs- und Haushaltsunfällen stehen dann an vierter Stelle.

Der technische Fortschritt nimmt zwar immer mehr zu, aber Blut kann nicht künstlich hergestellt werden. Deshalb brauchen wir Sie. Kranke Menschen brauchen Sie, Ihre Nachbarn und Kollegen. Jeden kann es treffen, jeden Tag.

Als Präsidentin der Landesverkehrswacht Brandenburg weiß ich leider sehr genau, wie urplötzlich wegen eines Verkehrsunfalls ein Mensch auf Spenderblut angewiesen ist! Leider gehört das Land Brandenburg immer noch zum Schlusslicht in der Unfallstatistik im Vergleich der Bundesländer.

Im Land Brandenburg spenden über das Jahr verteilt ca. 60 000 Menschen regelmäßig Blut beim Deutschen Roten Kreuz. 12 Entnahmeteams sind im Land Brandenburg tätig, um die Blutspendeaktionen flächendeckend sicherzustellen.

Dank an Blutspendedienst des DRK

In erster Linie ist dies Ihr Verdienst als Spenderinnen und Spender, aber ohne die Arbeit des Blutspendedienstes wäre ein solcher Erfolg nicht möglich. Einen sehr herzlichen Dank deshalb auch hier an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Blutspendedienstes des DRK, an alle ehrenamtlichen Helfer, alle Einrichtungen und Firmen, die Räume zur Verfügung stellen und auch an die Medien, die die Arbeit positiv begleiten.

Motivierung neuer Spender

Zum Ausblick möchte ich noch einmal aufgreifen, dass Sie Vorbilder sind und dadurch sehr entscheidend dazu beitragen, andere zum Blutspenden zu motivieren, andere für dieses lebenswichtige Engagement zu gewinnen. Leider spendet nur etwa 5% der Bevölkerung regelmäßig Blut, sechs mal mehr könnten es aufgrund der gesetzlichen Voraussetzungen sein.

Ich möchte Sie bitten, werben Sie besonders bei jungen Menschen in Ihrem Umfeld und vermitteln Sie ihnen, wie gut es ist,  Genugtuung zu erfahren durch die Hinwendung zu anderen Menschen und dem Wissen darum, dass nur mit Ihrer Hilfe der technische und medizinische Fortschritt Kranke und Verletzte überhaupt erst erreichen kann.

Jeder von uns kann in die Situation kommen, auf Spenderblut angewiesen zu sein! Blutspender zu sein heißt: Sie, meine Damen und Herren, sind das wichtigste Glied in der Kette der Blutversorgung! Und vielleicht können Sie dann zur nächsten Feierstunde den ein oder anderen der noch dringend benötigten Spender schon mitbringen.

Abschließend möchte ich allen Geehrten auch im Namen unserer Landesregierung noch einmal aufrichtig und stellvertretend für die Vielen danken, denen Sie geholfen haben,  für Ihre jahrelange Bereitschaft, Blut zu spenden, um Leben zu retten.

Ich wünsche Ihnen weiterhin eine schöne Feierstunde!