5. Dezember 2010
Grußwort zur Auszeichnungsveranstaltung des DRK für verdienstvolle Blutspender

Sehr geehrter Präsident, Herr Brozat, sehr geehrte Damen und Herren!  

Es ist mir eine große Freude, Sie alle hier in Potsdam begrüßen zu dürfen. Die Ehrung von Brandenburgerinnen und Brandenburgern, die seit Jahren als Blutspender aktiv sind, ist immer etwas Besonderes.  

Und wenn dies im Jahr des 20. Geburtstages des DRK-Landesverbandes Brandenburg e.V. geschieht – dann erlangt es ganz besondere Bedeutung: Für die Auszuzeichnenden, für den Verband selbst und auch für diejenigen, die die Glückwünsche überbringen. 

Ich freue mich sehr, dass ich an diesem Ehrentag den Dank und die Anerkennung der Landesregierung für den Einsatz der Blutspenderinnen und Blutspender, den Dank an Sie, überbringen darf, verbunden mit meiner ganz persönlichen Hochachtung. 

Sie sind Vorbild für viele Menschen in unserem Land, da Sie bürgerschaftliches Engagement und solidarisches Verhalten mit persönlichem Einsatz verbinden, was in einer heute leider immer mehr vom Eigennutz geprägten Gesellschaft besonders wichtig ist.

Während auf Bundesebene mit dem Gesetz zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung die Weichen klar auf Entsolidarisierung der Versicherten gestellt wurden, halten Sie mit Ihrem Engagement überzeugend dagegen. Sie sind für mich nicht nur „Lebensretter“ an sich – Sie verteidigen im besonderen Maße auch das Solidarprinzip im Gesundheitswesen: Starke stehen für Schwächere ein und Gesunde für Kranke. Dafür noch einmal meinen herzlichen Dank. 

Der medizinische Fortschritt hat viel Revolutionäres im Gesundheitswesen gebracht wie zum Beispiel: die Operation am offenen Herzen und Organ- und Knochenmarktransplantationen, um nur einiges zu nennen. Doch trotz intensiver Forschung ist es bisher nicht gelungen, einen künstlichen Ersatzstoff für Blut zu entwickeln.

Blut kann nur vom Körper selbst gebildet werden und ist durch nichts zu ersetzen. Deshalb sind Blutspenden so wichtig, deshalb sind Blutspender - deshalb sind Sie so wichtig. Denn für eine Operation unter Einsatz der Herz-Lungenmaschine werden z. B. vier oder mehr Blutkonserven benötigt.

Auch das perfekteste medizinische Versorgungssystem ist bei schweren Verletzungen und lebensbedrohlichen Erkrankungen ohne Blut funktionsunfähig. Und der Bedarf an Spenderblut steigt ständig. In der Region Berlin, Brandenburg und Sachsen, die der DRK-Blutspendedienst Ost versorgt, werden allein ca. 1.500 Blutkonserven täglich benötigt.

Für die Versorgung der Patienten, die in den ca. 80 Kliniken und etwa 250 niedergelassen Arztpraxen in Berlin und Brandenburg behandelt werden, kann der DRK-Blutspendedienst Ost jährlich: insgesamt ca. 156.000 Vollblutspenden und 40.000 Plasmaspenden  bereitstellen. Den größten Bedarf an Blutpräparaten im Land Brandenburg haben unsere größten Krankenhäuser, das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.

Über das Jahr verteilt spenden im Land Brandenburg ungefähr 60.000 Menschen regelmäßig Blut beim Deutschen Roten Kreuz. Dank einer bewährten Logistik sorgt der DRK-Blutspendedienst als zuverlässiger Partner auf gemeinnütziger Basis dafür, dass die Versorgung der Gesundheitseinrichtungen zuverlässig sicher gestellt ist.

Die engagierten und gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern eine beträchtliche Anzahl von Blutspendeterminen ab:in diesem Jahr wurden allein im Land Brandenburg bis zum 30. September 2.166 Blutspendetermine durchgeführt und 16 Entnahmeteams waren und sind dazu im gesamten Land unterwegs. Das ist eine großartige Leistung. Das waren jetzt viele zahlen … 

Ihnen allen - gilt mein besonderer Dank an diesem Tag. Ich spreche Ihnen heute meine große Anerkennung und Hochachtung für Ihren Einsatz als treue Blutspenderinnen und Blutspender aus. Und wünsche uns gemeinsam noch eine gute Festveranstaltung.