8. August 2018

Hochschulplanung in Potsdam: Ein Schildbürgerstreich? Planlos in die Zukunft?

Die Potsdamer Uni soll bis 2020 um ein Drittel ihrer jetzigen Kapazität wachsen. So der Plan ihres Präsidenten Prof. Dr. Günther, den er gestern vorstellte. Dazu erklärt die Potsdamer Landtagsabgeordnete und stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Anita Tack:

Hochschulplanung in Potsdam: Ein Schildbürgerstreich? Planlos in die Zukunft?

Hochschulwachstum ist gut, könnte man annehmen. Es kommen mehr junge Menschen in die Stadt, bringen mehr Wissenschaft und Forschung und neue Kooperationen. Aber können die dafür nötigen Uni-Einrichtungen, der Wohnraum für die Studierenden und der bessere Nahverkehr rechtzeitig bereitstehen? Präsident Günther will nun Räume in der Innenstadt anmieten. Und das ist ein Schildbürgerstreich – denn gerade liegt der Abriss des FH-Gebäudes auf dem Alten Markt in letzten Zügen.

Es war ein völlig intaktes Hochschulgebäude, 27 Jahre im Landeseigentum, bis es an die Stadt übertragen und nun privatisiert wurde. Ja, das zuständige Wissenschaftsministerium hat das Gebäude nicht pfleglich behandelt, sondern auf Verschleiß gefahren. Was für eine vielversprechende städtebauliche Herausforderung wäre es gewesen, das FH-Gebäude für den Uni-Betrieb zu modernisieren und gemeinsam mit dem Ensemble Staudenhof und Bibliothek zu einem studentischen Zentrum zu entwickeln! Junge Menschen gehören in die Innenstadt. Jetzt sind die Studierenden der FH in Neubauten am Stadtrand untergebracht, und für eine wachsende Uni im Zentrum fehlt der Platz.

Welche Chance für eine lebendige und weltoffene Potsdamer Mitte wurde vertan! Auch das gehört zur Bilanz von 16 Jahren Amtszeit des Potsdamer Oberbürgermeisters. Eine bessere Förderung von Wohnraum für die Studierenden, der dringend und besonders in Potsdam gebraucht wird, wollen wir noch dieses Jahr durch ein Landesgesetz zur Wohnraumförderung ermöglichen. Es wird derzeit im MIL vorbereitet.