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Konrad Wolfs "Sterne" zum Weltfriedenstag

rptnb

Eine bessere Würdigung des Weltfriedenstages am 1. September hätte ich mir nicht wünschen können: Im Filmmuseum wurde Konrad Wolfs Film „Sterne“ aus dem Jahre 1959 aufgeführt. Und: Hans-Eckardt Wenzel präsentierte mit Paul Werner Wagner sein mit Antje Vollmer verfasstes Buch „Konrad Wolf. Chronist im Jahrhundert der Extreme“.

 

Was für ein Film! Was für ein Buch! Und was für ein Feuerwerk an von Haltung bestimmtem Gedankenreichtum, pointiertem Erinnern und souveränem Humor in Wenzels Reden über Film, Buch, DDR und das ganze zwanzigste Jahrhundert.

„Sterne“. Der Film des damals 33jährigen Konrad Wolf über den Völkermord an den Jüdinnen und Juden. 1959. Zwanzig Jahre, bevor – so ruft Wenzel in Erinnerung – mit dem vierteiligen US-amerikanischen Fernsehfilm „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ die Judenverfolgung im westdeutschen Fernsehen endlich große Aufmerksamkeit gewann und mit dem Film auch der Holocaust-Begriff nach Deutschland kam. In Wolfs stillem, auf dem Festival in Cannes 1959 preisgekrönten Film – einer Koproduktion übrigens zwischen der DDR und der Volksrepublik Bulgarien – wird das Grauen des Mordens in Auschwitz nicht gezeigt, aber es hängt als Ahnung über jeder Szene. Griechische Jüdinnen und Juden, längst um alles Hab und Gut gebracht, sind in der Schule einer bulgarischen Kleinstadt interniert, von der aus sie in Viehwaggons nach Auschwitz transportiert werden sollen, und auf der anderen Seite des Stacheldrahts gibt es einen deutsche Unteroffizier, der sich in eine der internierten Frauen verliebt. Nur wenige, durch groteske Zusammenhänge möglich werdende Augenblicke der Zweisamkeit können sie erleben, winzig nur sind die Berührungen, dann rollt mit Unerbittlichkeit der Zug. – Überwältigt von den Bildern, staune ich, wie sensibel und differenziert Wolf den Unteroffizier zeichnet. Er sei – sagt Wenzel über Wolf – in all seinen Filmen auf Erkundung gewesen. Habe begreifen wollen, wie es sich mit ihnen verhalte – den Deutschen, zu denen er gehörte, zu denen er aber 1945 als sowjetischer Staatsbürger und Offizier gekommen war.

Das Buch von Wenzel und Vollmer. Es sei – heißt es im Werbetext der „Anderen Bibliothek“ – „eine Art Lehrstück geworden, ein Blick auf Hoffnungen und Illusionen der realsozialistischen Utopie“. Und es ist – füge ich zum Weltfriedenstag hinzu – ein Dokument des unermüdlichen Kampfes um eine friedliche Welt.  

 


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