20. April 2018

Beim Erhalt des Minsk darf es nicht nur ums Geld gehen

Zu den aktuellen Presseberichten um einen möglichen Erhalt des früheren „Minsk“ Terrassenrestaurants auf dem Brauhausberg, erklärt die Potsdamer Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Stadtentwicklungspolitik der Fraktion DIE LINKE, Anita Tack:

Beim Erhalt des Minsk darf es nicht nur ums Geld gehen

Die Entscheidung über die Zukunft des früheren Terrassenrestaurants „Minsk“ am Brauhausberg wurde im Hauptausschuss vertagt.  Die Abrissbefürworter begründen ihre Forderung vor allem aus rein finanziellen Erwägungen. So seien bereits 300.000 € in die Planungen für den Brauhausberg investiert worden und es würden die 27 Millionen, welche bei einem Verkauf nach Höchstgebot an den bisher noch unbekannten Investor in die Kassen fließen könnten, gebraucht, um den Bau des Schwimmbades „Blue“ zu refinanzieren.   Diese Argumentation halte ich für sehr scheinheilig. Zunächst hat die Stadt selbst nur mit Einnahmen in Höhe von 6 Millionen aus dem Verkauf der Grundstücke gerechnet. Alles, was über dieser Erwartung liegt, ist bereits als zusätzlicher Gewinn zu betrachten.  

Die gleichen Verantwortlichen der Stadt, die nun auch das „Minsk“ noch abreißen lassen wollen, haben offensichtlich keine Skrupel, was den Umgang mit der Finanzierung des Abrisses des FH-Gebäudes betrifft. Allein 4,5 Mio. Euro soll der Abriss des Gebäudes kosten, bezahlt aus öffentlichen „Städtebaumitteln“, also mit Steuergeldern. Dies zeigt deutlich, dass die Stadtspitze ihre finanziellen Erwägungen offenbar immer daran ausrichtet, dass die letzten architektonischen Zeitzeugen der Nachkriegsmoderne und DDR-Architektur dem

Abriss anheim fallen. Das ist ein Frevel an der Baukultur in der Landeshauptstadt.   Festzuhalten ist daher, wo ein Wille ist, wäre auch ein Weg, um das „Minsk“ als Zeitzeuge von DDR-Architektur zu erhalten und es wäre ein Beitrag, um in Sachen städtebaulicher Entwicklung gespaltene Stadtgesellschaft wieder zu einen.